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24. Mai 2018       Großer Wirbel und helle Aufregung am Strand von Zingst  
Ein verendeter Pottwal lag an diesem Morgen am Strand.  Ach Gott, das arme Tier dachten sich sicher die ersten Touristen, die an diesem sonnigen warmen Morgen ihren Strandspaziergang machen wollten.
Für viele Menschen war dieser Freitag ein Morgen mit gemischten Gefühlen. Der Tag fing nach der Nachricht mit dem gestrandeten Wal sehr traurig an, obwohl alle eigentlich diesen wunderschönen sonnigen und warmen Tag mit Urlaubsfeeling richtig genießen wollten.                         
Doch dann die Erleichterung! Für Aufklärung sorgte die Kur- und Tourismus GmbH Zingst (Vorpommern-Rügen) an diesem Freitagmorgen. Hier teilte man mit, dass es sich bei dem Tier um ein Kunstobjekt handelt.        Es handelte sich bei dem Tier um eine täuschend echte Attrappe aus Kunststoff und war Teil einer Kunstausstellung.
Damit sollte das Thema des Festivals „Umwelt-Mensch-Natur“ vertieft werden.   Diese Aktion des internationalen Künstlerkollektivs „Captain Boomer“ sorgte an diesem Freitagmorgen für viel Aufsehen.
Der aus recyceltem Plastikmaterial bestehende Wal wurde in der Nacht von Donnerstag zu Freitag an den Strand in die Nähe der Seebrücke gelegt. 
Was die Szenerie als echt wirken ließen: Schauspieler in weißen Overalls gaben sich als Forscher der fiktiven „International Whale Organisation“ aus und verstärkten dadurch den Eindruck, dass es sich dabei wirklich um einen echten Wal handelt. Die Aktion sollte auf den Klimawandel, die Plastikvermüllung in den Meeren, deren Folgen und die sichtbaren Naturveränderungen aufmerksam machen.
„Pünktlich“ also zur Eröffnung der Umweltfotofestival „horizonte zingst“ wurde dieser aus recycelter Plastik bestehende Wal als Kunstobjekt an unseren Strand gelegt….
Mit dieser Aktion sollte das Bewußtsein eines Jeden wachgerüttelt werden.   "Umweltverschmutzung!"
Denn jeder von uns kann was tun, um Plastikmüll zu verringern. Es muss dringend ein Umdenken stattfinden.
Das fängt morgens schon bei der Kaffeebestellung an und hört abends bei dem Cocktail mit Strohhalm auf. 
Die Motivation von "Captain Boomer" hinter dem Projekt liegt darin, mit der breiten Wirkung dieses schönen Strandes und der fiktiven Naturkatastrophe, auf die vielen Umweltsünden aufmerksam zu machen. 
Captain Boomer sagt: "Mit wachsendem ökologischem Wissen, einem wachsenden Bewusstsein für das unvorsichtige Verhalten gegenüber unserer Umwelt und der Hilfe der Massenmedien, die nach aufmerksamkeitsstarken Geschichten suchen kann dieser Wals als bedeutendes Symbol unserer gestörten Ökologie angesehen werden. Er sagt weiter:  Die psychologische Wirkung des toten großen Fisches lässt niemanden unberührt. 
Wie schon in einigen anderen großen Städten wird die Walskulptur während der Nacht platziert. Am Morgen ist der Kadaver eingezäunt, um die Menschen auf Abstand zu halten. Ein rund sieben Meter langer Kreis um die Statue entwickelt sich zur Bühne der Aufführung. In dieser Zone messen die vorgetäuschten Wissenschaftler der gefälschten "North Sea Whale Association" den Kadaver, nehmen Proben und bereiten sich darauf vor, eine Autopsie durchzuführen. Sogar Blutungen und Geruch werden täuschend echt simuliert.
Während dieser Präsentation gibt es eine Interaktion mit der Menge über die Art selbst, mögliche Todesursachen und warum der Wal gestrandet sein könnte. Obwohl die Inszenierung mit ökologischen Fakten beginnt, führen die gefälschten Wissenschaftler auch gerne Diskussionen darüber, ob es sich bei dem toten Wal um einen Einzelfall  handelt oder ob ein Massensterben zu erwarten ist. Auf diese Weise berührt die Performance auch die emotionale Seite der Gemeinschaft, für die diese Aktion erst einmal ein Spektakel darstellt.
Für die eigentliche Rekonstruktion des Pottwals hat sich Captain Boomer an Dirk Claesen von Zephyr gewandt, der sich durch hyperrealistische Rekonstruktionen auszeichnet. Der Pottwal ist mit 18 Metern Länge eine der größten Rekonstruktionen, die Zephyr bis heute gemacht hat. Das Konzept des gestrandeten Pottwalsprojekts stammt von Bart van Peel und Frederik Feys. 
Eine wunderbare und inspirierende Initiative!
Das Collektiv Captain Boomer wurde 2008 gegründet und hat seinen Sitz in Antwerpen, Belgien.
Captain Boomer hat es sich zur Aufgabe gemacht, nicht als Witzfiguren oder Narren zu fungieren, sondern durch ortsbezogene Shows, die Grenzen zwischen Realität und Fiktion auszuloten und auf diesem Wege auf das sich anbahnende Umweltdesaster aufmerksam zu machen.
Nachdem sie das erste Mal im Jahre 2013 mit einer ähnlich spektakulären Aktion in London auf sich aufmerksam machten und der erste Wal am Ufer der Themse auftauchte, schlossen sich weitere spektakuläre Aktionen an.
Es fanden Ausstellungen und Demonstrationen statt in:


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